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Zu Weihnachten Freude schenken


Wir fahren mit unserem LKW durch schlammige Straßen, über vereiste Pisten hinauf in die bosnischen Berge, in Dörfer und Stadtviertel – dorthin, wo normalerweise niemand hinfährt. Dort öffnen wir unsere Laderampe. Menschen, alte und junge, drängen sich um uns, strecken ihre Hände aus und wir geben. Ich erinnere mich an eine alte Frau mit Kopftuch und Arbeitskittel. Sie war langsam mit ihrer Schubkarre den weiten Weg zwischen den Feldern heraufgekommen. Jetzt saß sie halb darauf, rieb ihre abgearbeiteten, knotigen Hände und ruhte sich aus, bis wir ihren Namen aufriefen. Und endlich stellten Johannes und Uli, zwei unserer Fahrer, das Lebensmittelpaket in ihren Karren. Sie lächelte, drückte wortlos unseren Männern die Hand und machte sich auf den Heimweg. Später fuhren wir an ihr vorbei – ich sehe sie noch vor mir, wie sie uns freundlich winkt.

Das ist Weihnachten: Schenken, um Leben zu empfangen. Wir, indem wir schenken, und die Frau, indem sie unser Geschenk annimmt.