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Kartoffeln für den Winter

Der Mangel an gut bezahlten Arbeitsplätzen ist im ländlichen Siebenbürgen extrem groß. Viele Männer sind nicht in der Lage ihre Familien zu versorgen, obwohl sie alles tun und jede Arbeit annehmen, die ihnen angeboten wird. Die Preise für Lebensmittel sind in den Supermärkten teilweise höher als in Deutschland. Viele Familien müssen deshalb im Winter oft Schulden machen, damit ihre Kinder nicht hungern müssen.

Bei Brasov verteilen wir im Spätjahr 200 Kilo Kartoffeln an kinderreiche Familien. Oft sind in diesen Familien die Mütter und Väter ohne Arbeit und wissen nicht, wie sie über den Winter kommen sollen. Kartoffeln sind ein Hauptnahrungsmittel in Rumänien. Mit nur 26 Euro helfen Sie, dass eine große Familie diesen Winter genug zu essen hat.

Unser Elend wird sich nie ändern – davon war Nadja Maximiuc fest überzeugt! Hier lesen Sie mehr

„Ein bitteres Gefühl, wenn man so oft hungrig ist, dass man vor Durst nicht weiß, wo man die Nacht schlafen soll.“
Der österreichische Dichter Johann Nestroy spricht, als käme er direkt aus der Wohnung von Familie Maximiuc.

Die 38-jährige Frau aus Zeiden, wurde vor einigen Jahren von ihrem Mann verlassen. Seit sein Betrieb pleite ging, war er arbeitslos. Deshalb suchte er im Ausland nach Arbeit. Nadja machte sich Hoffnungen, doch die hat sie längst begraben: Ihr Mann hat sich weder gemeldet, noch Geld an seine Kinder geschickt. Nadja Maximiuc ist seither alleine für ihre heranwachsenden Kinder verantwortlich.

Obwohl sie seit Kurzem 150 Euro im Monat verdienen kann, reicht das Geld unmöglich, um Essen und Miete zu bezahlen. Nadja wohnt zusammen mit ihren fünf Kindern in nur einem Zimmer, mit angrenzender Küche, das sie von den Behörden zugewiesen bekamen. Um Wasser und Strom musste sie lange kämpfen, genau wie die anderen Familien, die in dieser verlassenen Fabrikwohnsiedlung leben.

Hans Otto Kasper schreibt, nachdem er Nadja Maximiuc die Kartoffeln gebracht hatte: „Die Armut hier ist unbeschreiblich. Das Amt kann ihr nicht helfen und sie glaubt nicht, dass sich ihr Leben je bessert. Sie denkt nur noch an das Überleben!

Tränen standen Nadja Maximiuc in den Augen, als wir vier Säcke mit Kartoffeln vor dem Haus abluden. Sie konnte ihr Glück kaum fassen!